{"id":46,"date":"2021-01-29T08:08:20","date_gmt":"2021-01-29T07:08:20","guid":{"rendered":"https:\/\/ksr-lu.ch\/stories\/?p=46"},"modified":"2021-02-25T13:53:55","modified_gmt":"2021-02-25T12:53:55","slug":"santo-cielo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ksr-lu.ch\/stories\/2021\/01\/29\/santo-cielo\/","title":{"rendered":"Santo Cielo"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"46\" class=\"elementor elementor-46\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-section-wrap\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-11def75 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"11def75\" data-element_type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-row\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-2128f1b2\" data-id=\"2128f1b2\" data-element_type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-column-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-5502791b elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"5502791b\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-text-editor elementor-clearfix\">\n\t\t\t\t<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Hey, heute ist es so weit. \ud83d\ude42<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Meine erste Kurzgeschichte zum Thema Horror ist jetzt da. Nun gut, ich muss zugeben, dass ich vielleicht ein wenig am Thema vorbeigeschlittert bin\u2026 ups *grins*. Und sooo kurz ist sie auch nicht geworden, aber ich will doch hoffen, dass sie sich trotzdem sehen lassen kann.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Die Idee zu dieser Geschichte ist mir (Achtung Spoiler xD) gekommen, als ich eines Abends mit dem Aufzug in den Keller gefahren bin und dabei ziemlich laut Musik geh\u00f6rt habe. Dabei habe ich aber nicht realisiert, dass der Lift ja l\u00e4nger f\u00e4hrt und hatte f\u00fcr einen klitzekleinen Moment das Gef\u00fchl, abzust\u00fcrzen. Ich weiss, ist albern aber joa\u2026 so hatte ich dann mehr oder weniger die Idee dazu.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Also, ich w\u00fcrde mich freuen, wenn ihr, wenn ihr die Geschichte durchgelesen habt, in den Kommentaren gerne mal schreibt, wie ihr sie so fandet und was ich besser machen k\u00f6nnte. Und vor allem w\u00e4re es toll, wenn ihr sagen k\u00f6nntet, in welche Richtung die n\u00e4chste Kurzgeschichte gehen soll, beziehungsweise in welchem Genre es spielen soll.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>So, jetzt w\u00fcnsche ich euch aber erst einmal viel Spass beim Lesen und gute Unterhaltung.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Bis in einer Woche, eure Robyn<\/p>\n<p><\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Wie jeden Tag sass ich an meinem Schreibtisch vor mir einen Stapel Vertr\u00e4ge, die ich noch durchsehen und auf Fehler untersuchen musste. Ich versuchte, den Anforderungen meines \u00fcberaus ehrgeizigen und unfreundlichen Chefs gerecht zu werden. Einen Kaffee in der Hand haltend bl\u00e4tterte ich durch die Dokumente. Gott, wie ich diesen Job hasste. Den ganzen lieben langen Tag nichts anderes tun als da zu sitzen, Mails zu beantworten, herumzutelefonieren, die Vertr\u00e4ge zu kopieren und durchzuschauen und meinem Vorgesetzten ab und zu einen Kaffee vorbeizubringen, dazu war ich einfach nicht gemacht. Es war, und ist immer noch, mein Traum, Schauspielerin zu werden. Ich war f\u00fcr die B\u00fchne geboren, und das wusste ich auch. Stattdessen sass ich hier, eine von abertausenden B\u00fcrohockern, die der Abschaum der Gesellschaft waren. Der Teil, der in f\u00fcnfzig Jahren von der Welt vergessen sein und nichts hinterlassen haben wird. Niemand w\u00fcrde sich an mich erinnern.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Seufzend stand ich auf, packte genervt einen der vielen Bausparvertr\u00e4gen und marschierte zum Kopierraum. W\u00e4hrend ich gelangweilt am Drucker lehnte, tippte ich eine kurze Nachricht an meinen Chef. Ich w\u00fcrde ihm den neuen Vertrag gleich runter ins B\u00fcro bringen. Lustlos kopierte ich jede einzelne Seite. Himmel, dieses Leben war so trostlos, so monoton. Es war immer dasselbe. Noch bevor mein Kollege, der zu dieser Zeit auch immer kopieren kam, den Raum betrat, gr\u00fcsste ich ihn knapp, griff nach der Kopie, warf das alte Dokument weg und ging zielstrebig davon. Zu meinem Gl\u00fcck war ich alleine im Fahrstuhl und musste mich nicht mit dem Smalltalk der anderen IT-Freaks herumschlagen. Ich fuhr das hohe Geb\u00e4ude, in dem diese gottverlassene Firma untergebracht war, nach unten, w\u00e4hrenddessen schaute ich auf die Uhr. Nur noch wenige Stunden und ich k\u00f6nnte endlich wieder nach Hause gehen. Nach Hause in meine kleine Wohnung und zu meiner Katze. Auch wenn ich erst achtundzwanzig war, glaubte ich weder an die wahre Liebe noch an ein erf\u00fclltes Leben mit einer eigenen Familie. Ich glaubte, dass mir das Pendant der verr\u00fcckten Katzen Lady, mit einem Hauch von unzufriedener Kauffrau, perfekt entsprach. Pl\u00f6tzlich begann der Fahrstuhl zu ruckeln. Genervt verdrehte ich die Augen. Wir hatten hier aber wirklich auch nur Probleme mit der Technik. Die Lichter flackerten und die W\u00e4nde der Kabine erzitterten. Jetzt doch ein wenig ver\u00e4ngstigt hielt ich mich an der Wand fest. Dieses verfluchte Ding w\u00fcrde doch nicht abst\u00fcrzen. Hastig dr\u00fcckte ich auf den Alarmknopf, nichts passierte. Ich griff zu meinem Handy und w\u00e4hlte den Notruf. Wieder nichts. Es war, als w\u00e4re ich g\u00e4nzlich von der Aussenwelt abgeschnitten. Ein Knacken ert\u00f6nte aus der Leitung. Vielleicht h\u00f6rte mich doch jemand. Ein kleiner Hoffnungsschimmer flackerte in mir auf, der jedoch fast sofort wieder vernichtet wurde. Nur ein ohrenbet\u00e4ubendes, kratzendes Rauschen war zu h\u00f6ren. Ein Ruck ging durch die Kabine. Ich wurde in die linke Ecke geschleudert und krachte zu Boden. Ein brennender Schmerz fuhr durch meine Rippen, ich presste meine Hand dagegen, doch die Schmerzen wurden nicht weniger. Mir kamen die Tr\u00e4nen, angestrengt versuchte ich, bei Bewusstsein zu bleiben und mich nicht der erl\u00f6senden Schw\u00e4rze der Ohnmacht hinzugeben. Die W\u00e4nde bebten, die Lichter flackerten und erloschen schliesslich ganz. Ich betete, dass ich hier heil rauskomme, doch auch das wurde nicht erf\u00fcllt. Mit einem letzten, bestimmten Ruck schienen die Liftseile zu reissen. Ich fiel. War das jetzt das Ende? Ich war noch nicht bereit zu sterben! Ich hatte noch nichts in meinem Leben erreicht. Verzweifelt schloss ich die Augen, wollte die Augen vor der Realit\u00e4t verschliessen, auch wenn das total sinnlos war, denn in der fallenden Kabine war es sowieso stockdunkel.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Hart schlug ich auf, zusammenzuckend presste ich mir die H\u00e4nde auf meine Rippen. Ich keuchte, da musste was gebrochen sein. Stirnrunzelnd lauschte ich. Es war still, zu still. Das Rauschen war verstummt. Nichts als mein stockender Atem war zu h\u00f6ren. Wie konnte ich diesen Sturz \u00fcberleben? Naja, im Moment war das auch nicht sonderlich wichtig. Ich versuchte, die Schiebet\u00fcre aufzubrechen, vergebens. Frustriert trat ich dagegen, bereute es jedoch sofort und versuchte mich, meinem Oberk\u00f6rper zu liebe, so wenig wie m\u00f6glich zu bewegen. Ein Luftzug strich meinen Nacken entlang, ein eisiger Schauer lief mir den R\u00fccken herunter. Reflexartig fuhr ich herum und schrie auf. Meine Rippe f\u00fchlte sich wie eine brennende Eisenstange an und brannten f\u00f6rmlich ein Loch in meinen Brustkasten. Ich sank auf die Knie und versuchte vergeblich Schmerzenstr\u00e4nen zur\u00fcckzuhalten. Ein leises, boshaftes Lachen drang an meine Ohren und liess mich vor Angst erzittern. Wurde ich jetzt auch noch paranoid? Erstarrt verharrte ich in meiner Position, wagte nicht auch nur zu atmen. Die kalte Luft erfasste mich wieder. Strich mir \u00fcber meine Arme und Beine, f\u00fchlte sich an wie tausend Nadelstiche und liess mich angsterf\u00fcllt einen erstickten Schrei ausstossen. Ich wollte, dass es aufh\u00f6rte. Ich war ohne Hilfe in einer engen Liftkabine gefangen, hatte h\u00f6chstwahrscheinlich mehrere gebrochenen Rippen und schien bereits verr\u00fcckt zu werden. Es k\u00f6nnte Stunden dauern, bis man mich finden w\u00fcrde. Entmutigt durch meine pessimistischen Gedanken schluchzte ich weiter. \u00abWillkommen in der H\u00f6lle\u00bb, dachte ich mir. Ich wusste nicht, wie lange ich so da sass und mich meiner Verzweiflung hingab, doch irgendwann erhob ich mich zitternd und straffte meine Schultern. Ich war Amanda Stone verdammt, ich w\u00fcrde nicht hier sitzen und mein Schicksal einfach so hinnehmen. Gerade wollte ich erneut die T\u00fcre eintreten, doch auf einmal schwang sie geschmeidig von allein auf. Erleichtert lugte ich nach draussen. Ein schier endloser, erdiger, dunkler, von kalten Neonlampen schwach erleuchteter Tunnel zog sich in die Weiten unter der Erde davon. Es fr\u00f6stelte mich, die Dunkelheit war greifbar. Links und rechts zweigten hier und da einige Betont\u00fcren ab. Die ohrenbet\u00e4ubende Stille verschwand, so als w\u00fcrde ich aus einer Taubheit auftauchen. Leise drang ein Wimmern Tausender von allen Seiten auf mich ein, wurde immer lauter und verwandelte sich in Schmerzensschreie. Panisch sah ich mich um, wollte mir meine Ohren zuhalten. Woher kamen diese Schreie? Ich war doch allein hier unten. In einem endlosen Gang, abgest\u00fcrzt und verletzt. Die K\u00e4lte, die zuvor noch Besitz von mir ergriffen hatte, wich einer unertr\u00e4glichen Hitze. Schweissperlen bildeten sich auf meiner Stirn. Ich musste hier weg. Doch zur\u00fcck konnte ich nicht, der Fahrstuhl war kaputt. Mir blieb nichts anderes \u00fcbrig, als in diesen unheimlichen Tunnel zu gehen und zu hoffen, dass sich hier irgendwo ein Ausgang befand. Leise setzte ich einen Fuss vor den anderen, versuchte, keinen Laut zu machen und nicht die geringste Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. Je weiter ich ging, desto schwerer wurde die Luft. Desto schwerer war es, diese dr\u00fcckende Hitze einzuatmen. Und desto lauter und schmerzerf\u00fcllter wurden diese Schreie. Meine Sinne waren benebelt, ich sah kaum was, h\u00f6rte nichts ausser diesen verdammten Schreien. Mein eigener Schmerz t\u00f6tete alle anderen Empfindungen ab. Wieder dachte ich \u00abWillkommen in der H\u00f6lle\u00bb, doch dieses Mal zuckte ich dabei zusammen. Das waren nicht meine Gedanken! Eine leise und doch schneidende, kalte, ja b\u00f6sartige Stimme fl\u00fcsterte mir das zu, pflanzte das in meinen Kopf. Und sie spielte mit meinen Gef\u00fchlen. Ich merkte, wie ich keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte, wie die aufkeimende Angst alles andere in mir niederstreckte. Wieder dieses boshafte Lachen! Es peitschte durch meinen Kopf, liess mich wahnsinnig werden. Nun presste ich doch meine H\u00e4nde auf meine Ohren, versuchte, dieses\u2026 Ding abzusch\u00fctteln, auszusperren. Ich drehte mich um, wollte zur\u00fcck zum Fahrstuhl hasten und mich dort verstecken. Doch da war keiner mehr. Das konnte doch nicht sein. Derselbe, beklemmende Gang erstreckte sich in die Richtung, aus der ich gekommen war. \u00c4ngstlich sah ich mich um, wollte fliehen. Doch wohin nur? Das Lachen in meinem Kopf wurde lauter und ich schrie. Teils aus Verzweiflung und teils aus Angst. Ich riss die erstbeste T\u00fcr auf und st\u00fcrmte in den Raum, wollte fl\u00fcchten. Das war ein Fehler gewesen, denn was ich da sah, w\u00fcrde ich nie wieder vergessen k\u00f6nnen. Ein Mann sass mir gegen\u00fcber. Er war wahrscheinlich um die vierzig. Sein dunkles Haar hing ihm zerzaust und fettig \u00fcber die Schultern, seine Haut war blass und eingefallen und an einigen Stellen aufgeplatzt. Seine Augen wirkten glasig und waren von dunklen Ringen umgeben. Sein Blick war in die weite Ferne gerichtet, er schien mich nicht wahrzunehmen. Auf seinen Lippen lag ein wahnsinniges L\u00e4cheln, in seiner rechten Hand lag ein Messer, mit welchem er seelenruhig \u00fcber seinen Oberschenkel fuhr und tiefe Schnitte hinterliess. Ich stolperte r\u00fcckw\u00e4rts hinaus und fiel auf meinen Hintern. Wieso\u2026? Das war das Einzige, was mir durch den Kopf ging. Noch immer sah ich diesen verr\u00fcckten Mann vor mir, war unf\u00e4hig, die T\u00fcre zu schliessen. Ein Rascheln neben mir brach mich dazu, den Blick von diesem schaurigen Schauspiel abzuwenden. Ich schaute nach rechts, zuckte zusammen und rutschte weg. Ein Etwas stand vor mir. Es war bloss Haut und Knochen, in dunkle Gew\u00e4nder gewickelt. Seine langen Klauen streckten sich nach mir aus, in seinen leeren Augenh\u00f6hlen loderten schwarze Flammen, die alles und jeden zu verschlingen schienen. Ich versuchte, seinem Griff auszuweichen, es verzog seinen Mund zu einem boshaften Grinsen. \u00abAber nicht doch, ich tu dir doch nichts.\u00bb Ich glaubte dem Ding kein Wort. Trotz meiner zitternden Stimme klang meine Antwort sicherer, als ich mich f\u00fchlte. \u00abWas ist das hier?\u00bb Es lachte, es brauchte mir nicht zu antworten, ich wusste es l\u00e4ngst. Ein Teil meines Gehirns hatte es bereits erfasst und spuckte immer wieder das Wort <em>H\u00f6lle <\/em>aus. Das Wesen schien meine Gedanken zu lesen und grinste. \u00abWie recht du hast.\u00bb Sein Blick glitt zu der offenen T\u00fcre und es betrachtete den Mann zufrieden l\u00e4chelnd. \u00abDu fragst dich bestimmt, weshalb du hier bist\u00bb, schien es meine Gedanken zu erraten. \u00abDas kann ich dir sagen. Du bist nicht besser als der ganze Rest, der hier unten schmort.\u00bb \u00abIch habe niemandem was getan\u00bb, erwiderte ich zitternd. Es lachte, ein Schaudern durchfuhr mich. \u00abDer da\u00bb, er nickte in Richtung des Mannes. \u00abEr hat seine Gesch\u00e4ftspartner \u00fcber den Tisch gezogen und ihnen den letzten Pfennig geraubt. Er hat sie bluten lassen und nun lass ich ihn bluten.\u00bb Es grinste diabolisch. Was hatte das mit mir zu tun? Es richtete seinen Blick auf mich und sagte tadelnd \u00abDu bist auch kein guter Mensch gewesen.\u00bb Warte, hatte es gerade gewesen gesagt? \u00abJa Liebes, du bist tot.\u00bb Ich zuckte zur\u00fcck, ich f\u00fchlte mich nicht tot, ich konnte nicht tot sein. Es lachte wieder, packte mich blitzschnell am Arm und zog mich hoch. Der brennende Schmerz durchzuckte meine Rippen und ich wimmerte leise auf. Es schaute mir direkt in die Augen, fixierte mich mit seinem Blick. Ich konnte mich nicht bewegen, mich nicht befreien, selbst wenn ich es gewollte h\u00e4tte. Ver\u00e4rgert sagte es mit bedrohlich zischender Stimme: \u00abDu glaubst, du seist was Besseres. Du glaubst, du verdienst was Besseres. Du glaubst, die Menschen in deinem Umfeld h\u00e4tten dich nicht verdient. Du meine Liebe, du bist vom Hochmut nur so besessen. Du urteilst vorschnell, du r\u00fcmpfst die Nase und denkst dir <em>Abschaum<\/em>, wenn du an deinen Kollegen, an anderen, nichts bedeutenden Menschen vorbeigehst. Doch weisst du was, du bist genauso nichts bedeutend. &nbsp;Niemand wird sich an dich erinnern, niemand wird dich vermissen. Du bist bloss die unbedeutende Sekret\u00e4rin, die bei einem Unfall ums Leben gekommen ist.\u00bb Ich schluchzte. Ich war nicht unbedeutend, ich war zu mehr geboren, als so zu sterben. Das Ding schien noch w\u00fctender zu sein, es zischte: \u00abSiehst du, du bist es immer noch, nicht mal jetzt siehst du ein, wie falsch du doch liegst. Du wirst daf\u00fcr b\u00fcssen. Du wirst f\u00fcr deinen \u00dcbermut b\u00fcssen.\u00bb Es zerrte mich mit sich. Die tausenden Schreie nahm ich kaum noch wahr, alles in mir schien wie bet\u00e4ubt. Das hier war mein Schicksaal? Ich begann, es hinzunehmen, es zu akzeptieren. Nein, das waren nicht meine Gef\u00fchle! Niemals w\u00e4re es mir egal, ich geh\u00f6rte nicht hier her. Ich hatte Besseres verdient, ich sollte ins Paradies kommen. Ich wurde von diesem Ding in ein Zimmer geworfen. \u00abVom heutigen Tag an bis in alle Ewigkeit wirst du unterste Arbeit verrichten. Und es wird dir egal sein. Mehr noch, du wirst glauben, dass du genau das verdient hast. Niemand wird sich an dich erinnern k\u00f6nnen, niemand wird dich jemals bemerken.\u00bb Ich wollte nein schreien, ich wollte wichtig sein. Ich w\u00fcrde auch hier helfen und eine F\u00fchrungsposition beanspruchen, wenn ich dadurch im Rampenlicht stand. Und schon gar nicht wollte ich, dass ich glaubte, nichts Besseres verdient zu haben. Doch ich konnte nichts dagegen tun. Eine schwere Gleichg\u00fcltigkeit, eine Hoffnungslosigkeit, \u00fcberrollte mich und zwang mich in die Knie. Ich kroch an in die Ecke und kauerte mich zusammen. Ich wartete, wartete darauf, dass mir irgendwer irgendwas befahl. Nur so h\u00e4tte meine Existenz einen Sinn, nur so w\u00e4re ich von Nutzen. Denn ich war unwichtig. Und ich w\u00fcrde auf ewig unwichtig bleiben.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hey, heute ist es so weit. \ud83d\ude42 Meine erste Kurzgeschichte zum Thema Horror ist jetzt da. 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