{"id":75,"date":"2021-07-01T13:29:58","date_gmt":"2021-07-01T11:29:58","guid":{"rendered":"https:\/\/ksr-lu.ch\/homofaberblog\/?p=75"},"modified":"2021-07-02T08:40:44","modified_gmt":"2021-07-02T06:40:44","slug":"bildnisproblematik-und-schuldfrage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ksr-lu.ch\/homofaberblog\/2021\/07\/01\/bildnisproblematik-und-schuldfrage\/","title":{"rendered":"Bildnisproblematik und Schuldfrage"},"content":{"rendered":"\n<p>Walter Fabers Bericht ist ziemlich monoton gehalten. Der Protagonist l\u00e4sst keine klaren Einblicke in seine Gef\u00fchlswelt zu und kommt kalt, nahezu unmenschlich r\u00fcber. Zudem interessiert er sich f\u00fcr nichts als sich selbst. Dies widerspiegelt sich sowohl in Fabers Wortwahl sowie auch an der offensichtlichen Abscheu, die er f\u00fcr gewisse Dinge hegt. Er lebt ganz in seiner technisch-realit\u00e4tsbezogenen Welt und sieht diese als die einzig wahre an. Dabei macht er sich, wie er uns im Bericht immer wieder schildert, in seinem Leben nicht allzu viele Freunde. Die meisten Menschen gehen ihm aus dem Weg. Und auch Walter geht ihnen eher aus dem Weg, als dass er ihre Gesellschaft sucht. So nimmt er die meisten seiner Mitmenschen \u2013 besonders die weiblichen &#8211; als nervt\u00f6tend wahr.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Schreibstil, welcher oftmals nicht viel Wert auf Satzbau und Wortwahl legt, untermalt sein Desinteresse, ja seine Abscheu, zus\u00e4tzlich noch. Er arbeitet mit vielen Gedankeng\u00e4ngen, wobei es ihn nicht zu interessieren scheint, ob der Leser seinen Erz\u00e4hlungen folgen kann. Er erw\u00e4hnt beispielsweise w\u00e4hrend er von seinen Erlebnissen erz\u00e4hlt, pl\u00f6tzlich wie das Wetter ist. Ausserdem verzichtet Faber h\u00e4ufig sogar ganz darauf, Dinge zu beschreiben, die in seinen Augen nicht real sind. Nur einmal zieht er bewusst den Vergleich von der Fantasiewelt zu seiner realistischen Welt, nur um aufzuzeigen, wie schwachsinnig diese Fantasiewelt, die er \u00fcbrigens auch die Welt der Frauen nennt, sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dieser technisch orientierten Welt schirmt er sich ausserdem von der Wahrheit ab. In seinem Weltbild existiert kein Schicksal, f\u00fcr ihn z\u00e4hlen nur Zuf\u00e4lle und die Wahrscheinlichkeit. Somit kann er sagen, dass alles, was passiert ist \u2013 der Inzest und der Tod von Sabeth \u2013 nicht seine Schuld war, sondern nur ein d\u00e4mlicher Zufall. Um nicht schuld zu sein, dass er erahnen konnte, dass Sabeth seine Tochter war, rechnete er die Jahre so, dass er es nicht wissen konnte. W\u00fcrde er an Schicksal glauben, so w\u00e4re er indirekt immer noch schuld an allem, da es ja seine Bestimmung w\u00e4re, so zu handeln und somit auch an allem schuld zu sein. In den meisten F\u00e4llen schiebt Faber also alles von sich weg und sieht sich als eigentliches Opfer all jener Zwischenf\u00e4lle. Er sucht die Schuld bei den anderen, wobei es ihm nicht in den Sinn kommt, sich selber an der Nase zu nehmen. Dies alles tut er, da er von sich selbst ein \u00fcberzeugtes Bild hat und dieses nicht brechen m\u00f6chte. Er ist in dem Fall unf\u00e4hig, sich selber schuld einzugestehen. Er ist ein wahrer Homo Faber.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Walter Fabers Bericht ist ziemlich monoton gehalten. Der Protagonist l\u00e4sst keine klaren Einblicke in seine Gef\u00fchlswelt zu und kommt kalt, nahezu unmenschlich r\u00fcber. Zudem interessiert er sich f\u00fcr nichts als sich selbst. Dies widerspiegelt sich sowohl in Fabers Wortwahl sowie auch an der offensichtlichen Abscheu, die er f\u00fcr gewisse Dinge hegt. 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